Boxenstopp

26.09.2009 - 10.05.2009

Da der Propeller über und über mit Seepocken bewachsen war haben wir ihn schön sauber geschliffen und anschließend Hartantifouling aufgetragen, hoffentlich hält das. Ebenso sollte die neue Opferanode fest am Propeller angeschraubt bleiben, die alte haben wir irgendwo zwischen Holland und Spanien liegen lassen. Ebenso ein wenig Antifouling, das hatte sich an ein paar Stellen des Rumpfes, an denen Turbulenzen auftreten, gelöst, aber mit der neuen Grundierung wird das hoffentlich nicht mehr passieren.

All diese Arbeiten, wie auch zahlreiche Lackausbesserungen und ordentliches Deck schrubben boten sich an, da wir eine Woche im Trockendock lagen, nachdem uns aufgefallen war, dass die Stopfbuchse nicht mehr das tat, was sie tun sollte, nämlich dort, wo die Propellerwelle vom Boot ins Meer übergeht, letzteres nicht ins Schiff zu lassen. Im Normalfall muss man dann nur ein wenig drehen und schmieren, doch in diesem Fall reichte das nicht, denn ein feiner Riss, aus dem Schmierfett und Wasser austraten, zog sich quer über das halbe Stopfbuchsengehäuse. Als uns das kurz nach der Hafenausfahrt von Getxo auffiel drehten wir gleich um und blieben bis heute.

Gut war, dass wir gleich beim ersten erfolglosen Kranversuch durch die Wochenendbereitschaft des Hafens, bestehend hauptsächlich aus Wach- und Putzpersonal, Alex kennenlernten, einen seit vielen Jahren in Spanien lebenden Deutschen, der gerade seine Segeljacht Savaje frisch anstreicht. Alex spricht im Gegensatz zu uns fließend spanisch, und weder Marinaangestellte noch Mechaniker hier sprechen Englisch, und auch wenn unser Spanisch für ein erstes "tenemos una problema - äh - muy agua en la barca" reicht, wird es dann, wenn es um Details oder schnelle Entscheidungen geht mit Dolmetscher deutlich einfacher.

Dank des etwas umständlichen Einbaus der alten Stopfbuchse dauerte es Tage, bis diese demontiert (es wurde gesägt, es wurde geschweißt), eine neue passend gemacht (es wurde gesägt, es wurde geschweißt) und schließlich eingebaut wurde. Die erste Proberunde im und vor dem Hafen, mit unserem Monteur Manuel an Bord, verlief trocken.

Wenn das Boot nun über Nacht weiter dicht bleibt geht es dann morgen endlich weiter Richtung Westen.

Kommentare [+]

Stoffbuchsendesaster

Chrisu

Na das hätte am Atlantik böse werden können....
Wenn ihr so weiter macht könnt ihr bald euer Diplom als Schiffsingeneur machen

06.10.2009 17:35:24