Cartagena

20.07.2010 - 04.08.2010
Obstfrau.

Cartagena zählt zweifelsfrei zu den schönsten Städten der Karibik. Vielleicht nicht der Stadtteil Boca Grande mit seiner Wolkenkratzerwucherung (manch andere Segler denken dabei an die Skyline von New York, wir eher an die von Kaisermühlen), aber insbesonders die Altstadt ist eine Reise wert. Es gibt wunderschöne, gepflegte Häuser mit sehr viel Grün herum und dazwischen schattige Parks, in denen man sich mit einem frisch zubereiteten Obstsalat von einer Obstverkäuferin und einem Kaffee, Bier oder Eis ausruhen kann. Bleibt man lange genug sitzen, kann man seine Einkäufe auch so erledigen, da früher oder später alle Straßenverkäufer vorbeiziehen.

Cartagena rühmt sich auch eine der sichersten Gegenden Kolumbiens sein, was vielleicht daran liegt, dass man nirgendwo stehen kann, ohne mindestens einen Polizisten oder eine private Wache zu sehen - zu Fuß, auf dem Motorrad, im Schnellboot oder im tieffliegenden Hubschrauber.

Paraden zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit von Kolumbien. Kärtner Volkstanzgruppe.

Wir kommen gerade rechtzeitig zum Nationalfeiertag, an welchem dieses Jahr sogar ein rundes Jubiläum, die 200-jährige Unabhängigkeit Kolumbiens gefeiert wird. Vom Programm am Vorabend bekommen wir leider nur noch das Feuerwerk mit, doch am eigentlichen Feiertag ist in der Stadt auch noch einiges los - Kinder in mehr oder weniger paramilitärischen Uniformen paradieren singend, tanzend und Instrumente spielend durch die Stadt, auf einer Bühne zeigen Volkstanzgruppen ihr Repertoire - eine Gruppe aus Kolumbien, eine Gruppe aus Venezuela und - wir trauen zuerst unseren Augen nicht - eine Gruppe aus Kärnten. Aber dafür reist man ja - um fremde Bräuche und Kulturen kennenzulernen. Zum Beispiel Kärntner Schuhplattler.

Die Einkaufsmöglichkeiten sind aus touristischer Sicht ausgezeichnet, nur die Lebensmittel sind, insbesonders in Hafennähe, sehr teuer. Wir finden aber einen Großmarkt etwas außerhalb und füllen unsere Vorräte wieder auf. Besonders eindrucksvoll ist Bazurto, ein riesiger Markt, in dem es Obst und Gemüse von hervorragender Qualität zu guten Preisen gibt. Den Fleisch-Bereich sollte man vielleicht nicht unbedingt vor dem Frühstück aufsuchen. Glücklich schleppen wir mehrere Kilo Maracujas, Orangen, Limetten, Erdäpfel usw. aus dem Labyrinth heraus.

Die zwei Wochen sind schnell vergangen, verbracht mit Sightseeing, Bootswartung und Shopping. Der Besuch des wöchentlichen Seglertreffs und die Einladung zur Geburtstagsparty von Fritz / SY Fritz the Cat bereichern unseren Aufenthalt. Doch jetzt wollen wir wieder weiter, denn einen großen Nachteil hat das Ankern in Cartagena: das Wasser ist, wie soll man sagen, reich an Nähr- und sonstigen Stoffen, Baden geht hier nur, wer damit Geld verdient, z.B. um Bewuchs von Schiffsrümpfen zu schaben, was einem hier ein mal pro Monat empfohlen wird.

Die üblichen Ausreiseformalitäten sind, dank Agent mühe-, aber eben nicht kostenlos erledigt, als nächstes Ziel sind einmal die Islas Rosarios gleich ums Eck angedacht, bevor es wieder weiter, zurück nach Panama geht.

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