Die letzten Wochen in Neuseeland

26.06.2012 - 22.07.2012
Rostfrei im Town Basin.

Am 26.6.1012 ist ein Meilenstein erreicht: Wir haben Molimentum wieder soweit zusammengebaut, dass wir vom Trockendock in die Town Basin Marina von Whangarei übersiedeln können. Es ist ein grosser Tag für uns und wie sich zeigt auch ein erfolgreicher, denn der Motor startet sofort, alle Seeventile sind dicht, und wir legen nach einer kurzen Fahrt den Fluss hinauf am Steg der Marina an, ohne die neue Farbe zu zerkratzen. Das wird erst einmal gefeiert.

Wetterfenster

Während wir die letzten Arbeiten erledigen um das Boot wieder seeklar zu machen beobachten wir die Großwetterlage im Südwestpazifik, ein Wetterfenster abwartend. Denn wie schon am Weg von den Tropen nach Neuseeland gibt es bessere und schlechtere Wettersituationen für die Passage nach Norden. Im allgemeinen wartet man darauf, dass ein Tiefdruckgebiet von Australien kommend über die Tasmansee und dann über Neuseeland zieht, startet auf dessen Rückseite mit Winden mit südlicher Komponente, und fährt dann am Rand des darauf folgenden, hoffentlich großen, fetten Hochdruckgebiets bis in die Tropen weiter. So viel zur Theorie.

Poor Knights

Ein gut aussehnedes Wetterfenster verpassen wir um wenige Tage, und das nächste ist erst in frühestens einer Woche zu erwarten. Wir sind startklar, unser Boot auch, also nutzen wir die freie Zeit um doch noch in Neuseeland tauchen zu gehen.

Als wir kurz vor Sonnenaufgang aufbrechen ist das Deck von einer dünnen Frostschicht bedeckt. Zum Glück müssen wir nicht segeln, sondern nehmen das Auto, um nach Tutukaka zu kommen. Während der Autofahrt geht die Nacht langsam in einen grandiosen Tag über. Das Bild von Kühen und Schafen, die im Bodennebel zwischen grünen Bäumen auf saftigen Weiden grasen und vom sich rot zu gelb ins blaue färbenden Himmel unbeeindruckt bleiben prägt sich in unsere Erinnerung ein.

Tauchgang im Gentle Forest.

In Tutukaka steigen wir auf ein Tauchboot um. Von diesem aus haben wir dann einen schönen Blick auf die spektakuläre Küste: schroffe Felsen, dazwischen sandige Buchten, dahinter sanfte grüne Hügel. Vor uns liegen die Poor Knights, einer 12 Meilen vom Festland entfernten Gruppe von Inseln, welche ein Naturschutzgebiet sind und aufgrund sich treffender tropischer und arktischer Meeresströmungen eine ganz besondere Unterwasserwelt zu bieten haben. Für uns werden es die ersten Tauchgänge im kalten (15 Grad) Wasser, was aber mit genug Isolierung gar nicht so schlimm ist. Zu sehen bekommen wir Kelpwälder, Unmengen von Fischen, einige Schnecken, alles überraschend bunt. Vom Boot aus werden uns noch die Inseln und die grösste Meereshöhle der Welt gezeigt, die Robben auf den Felsen werden gezählt, und für einen müden Wal wird die Rückfahrt auch noch unterbrochen. Alles in allem ein langer, schöner, beeindruckender Tag.

Bay of Islands

Abfahrt aus Whangarei.

Was in den frühen Prognosen zunächst wie ein Wetterfenster ausgesehen hat entpuppt sich als Reinfall. Das Hoch ist zu schwach, nach einem Drittel der Strecke nach Fiji hätten wir für lange Zeit kräftigen Gegenwind. Wir entscheiden uns Whangarei zu verlassen und in die Bay of Islands probezusegeln.

Es werden zwei tolle Segeltage bei ungetrübtem Sonnenschein und idealen Bedingungen. In der Bay of Islands ankern wir einsam in der Paradise Bay, die wirklich hübsch ist, verschanzen uns die nächsten drei Tage unter Deck, da es wieder heftig bläst, und warten auf unsere Chance, Neuseeland zu verlassen.

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