Im Ärmelkanal

20.08.2009 - 26.08.2009

Die Passage der Straße von Dover, diesmal nahe der französischen Küste bei Calais, war wesentlich nervenschonender als beim letzten Mal, einerseits, weil wir unter Tags durch fuhren, andererseits wegen dem erst unlängst installierten AIS, das uns anzeigt, wie nahe die großen Schiffe wirklich sind bzw. noch kommen werden. Hier eine Aufnahme von knapp nach Rotterdam.

Nach dem belgischen Nieuwpoort, Nordeuropas größtem Yachthafen mit ungefähr 2000 Liegeplätzen, wo wir einen Platz an dem Steg mit Österreich-Flagge zugewiesen bekamen, war der erste französischer Hafen Boulogne-Sur-Mer, von dem wir aber außer der Motoryacht, an der wir uns nach Einbruch der Dunkelheit festgebunden und vor Tagesanbruch wieder los gemacht haben, nur Stimmen betrunkener Franzosen mitbekamen.

Auf dem Weg in den sehr touristischen Badeort Dieppe erlebten wir, was passiert, wenn eine Strömung kentert und eine zweite beginnt, quer dazu zu setzen: Unberechenbare Kreuzseen. Zum Glück ging nur mäßiger Wind, so dass das Boot zwar einige Zeit schwer bis kaum steuerbar war, es aber keinerlei Gefahr darstellte. Bei Sturm muss es die Hölle sein.

Heute haben wir wieder mal einen "Ruhetag" eingelegt, sind in Le Havre geblieben, um die Stadt zu besichtigen und in Ruhe ein paar kleine Reparaturen durchzuführen ("Weltumsegelung heißt, sein Boot an den schönsten Plätzen der Welt zu reparieren.") - Stromkabel des Navigationslichts ersetzen, elektrische Bilgepumpe dichten (um Wasser aus dem Schiff zu bekommen), Stopfbuchse nachziehen (um kein Wasser ins Schiff zu bekommen).

Neben dem Wind, der derzeit ohnehin fast nur von vorne kommt ("Windrichtung: 1. Die Richtung, aus der der Wind kommt, 2. die Richtung, in der das Ziel liegt"), sind derzeit vor allem die Gezeiten für die Streckenplanung verantwortlich. Nicht so sehr der Tidenhub (derzeit in Le Havre: ca. 6 1/2 m), denn die meisten Häfen, die wir derzeit anlaufen, sind bei jedem Tidenstand anlaufbar, sondern die Strömung. Diese erreicht dort, wo wir im Moment fahren, 2 - 3 Knoten, was am Wind bei 4 - 5 Knoten Fahrt durchs Wasser bedeuten kann, dass man nach einer Stunde aufkreuzen wieder genau dort ankommt, wo man zuvor war. In den nächsten Tagen werden wir die Kanalinseln erreichen, wo das Wasser an manchen Stellen mit bis zu 9 Knoten strömt, was eine genaue Etappenplanung noch wichtiger macht.

Also werden wir morgen, wie in den letzten Tagen, um 04:00 UTC (06:00 MESZ) ablegen, um irgenwann kurz nach Sonnenuntergang in Cherbourg einzulaufen.

Kommentare [+]

Weiter so!

Christian

Hi!
Auch ich verfolge eure Reise täglich und hoffe auf viele Berichte. Michi Surböck hat mich auf euch aufmerksam gemacht - wir kennen uns nur flüchtig von einer Party beim Michi, als ich der nüchterne Begleiter eines sturzbesoffenen Freundes war...
lg Christain

26.08.2009 11:22:07

gelungene hp

Judith

danke für die interessante berichterstattung & die netten pics, wir freuen uns auf dem laufenden bleiben zu können! alles gute weiterhin, lg aus 1110, judith & co

29.08.2009 17:21:03

ahoi

sabine

hallo ihr lieben,
freuen uns immer sehr von euch zu hören und verfolgen eure page sehr gespannt
schön, dass alles so weit bei euch passt
schiff ahoi
glg,
sabine&family

30.08.2009 07:22:52