Islas del Rosario

05.08.2010 - 11.08.2010

Knapp fünfzehn Seemeilen südwestlich vom kloakentrüben Hafen des hektischen Cartagenas liegen die von klarem Wasser umgebenen Islas del Rosario. In- und ausländische Touristen werden durch unzählige Motorboote von Cartagena, hierher verfrachtet, hauptsächlich zu Tagesausflügen, um zu Baden, zu Schnorcheln, zu Tauchen, oder um das Aquarium mit Delphinshow zu besuchen.

Auch Segler machen hier gerne einen Zwischenstopp, um zu Baden, zu Schnorcheln, zu Tauchen, oder um vor der Weiterfahrt das Unterwasserschiff zu reinigen. Zweieinhalb Wochen des berüchtigten Cartagena-Hafenwassers haben genügt, um unseren eben erst mit frischem, teurem Gift bestrichenen Rumpf in eine Muschelzucht zu verwandeln, der Propeller ist überhaupt nur noch eine zentimeterdicke Kalklandschaft. Also heißt es, die Spachteln auspacken, und nach einigem Schnorcheln und Tauchen sind nur noch kleine weiße Flecken übrig. Außerdem können wir einmal ein wenig aufatmen - die neue Farbe (siehe "Green Hell") ist nicht sofort wieder abgeblättert. Mal schaun...

Aber nicht nur zum Arbeiten, auch zum Vergnügen verbringen wir jede Menge Zeit unter Wasser, mal mit leichter, mal mit schwerer Ausrüstung, mal mit Guide, mal ohne. Zwar ist das Wasser jahreszeitlich bedingt etwas trüb, trotzdem sind wir von der Unterwasserlandschaft und der Artenvielfalt ziemlich begeistert, auch wenn das auf den (noch nachzureichenden) Fotos leider nicht sonderlich gut rüberkommt, da es durch eine beinahe permanent vorhandene Wolkendecke auch unter Wasser nicht gerade hell ist.

Unser Ankerplatz vor Isla Grande, der gr??ten Insel des Archipels, ist auf der n?rdlichen Seite durch Riff, auf der s?dlichen durch die Insel bestens vor Seegang geschützt. Die Einfahrt in das Riff ist allerdings für Uneingeweihte, gerade bei bedecktem Himmel (man sieht das Riff erst, wenn man kurz davor ist, dagegenzufahren), etwas verwirrend. Es fehlen die in der Karte eingezeichneten Einfahrtsbojen, daf?r stehen an anderen Stellen graue Betonpfeiler (sollten wir diesen Pfeiler nun an Backbord oder Steuerbord liegen lassen?). Doch als wir gerade auf Grund des plötzlich direkt vor dem Bug sichtbar werdenden Riffs eine radikale Kurskorrektur vornehmen, kommen uns gerade einheimische Fischer entgegen und bieten uns Lotsenhilfe an. Als wir am Ankerplatz angekommen sind kaufen wir ihnen gleich noch eine Languste fürs Abendessen ab, und lassen noch zum Dank eine Runde kaltes Bier springen.

Fast wäre es ein paradiesischer Fleck, wenn sich nicht auch einige Hotels hier angesiedelt hätten, deren Gäste anscheinend rund um die Uhr mit den selben fünf Liedern (wir zählen mehrfach nach - es sind wirklich nicht mehr) beschallt werden wollen, was für uns zur Nervensache wird. Besonders arg ist es am Wochenende, daher schauen wir, dass wir vor dem nächsten weiterkommen.

Nächster Halt: Obaldia, Panama.

Kommentare [+]

Schön wieder was von Euch zu hören

Geronimo

Die Site war ja auch eine Zeit offline,
hoffe es passt alles bei Euch!

Geronimo

17.10.2010 15:40:34

Re: Schön wieder was von Euch zu hören

Dave [...]

> Die Site war ja auch eine Zeit offline,
> hoffe es passt alles bei Euch!
>
> Geronimo

tja, wenn die server-rechnung kommt, während man 10 wochen ohne internet ist...

07.12.2010 04:58:27