Kaufrausch in Panama City

14.12.2010 - 22.12.2010

Panama City sieht von unserem Ankerplatz betrachtet wie eine moderne Großstadt aus. Hat man es aber geschafft hineinzukommen, möchte man gleich wieder weg. Der Verkehr ist entweder furchtbar oder ein Wahnsinn. Es gibt öffentliche Busse, die zu benutzen viel Zeit und eine genaue Ortskenntnis erfordern. Für Taxis braucht man ebenso viel Zeit, da man zuerst einmal eines finden muss, das bereit ist, dorthin zu fahren wo man hinmöchte, und dann auch noch zu einem akzeptablen Preis, denn die Fahrer versuchen immer wieder, manchmal unter dem Vorwand, der Verkehr sei so dicht, von Touristen das zwei-, drei- oder gar vierfache der geregelten Preise zu verlangen. Und egal ob Bus oder Taxi, im Stau steckt man immer.

Shopping

Unsere täglichen Einkaufstouren führen uns durch die gesamte Stadt, in sämtliche Shopping Malls, Supermärkte und natürlich Baumärkte (verdammte USA...alles 110 Volt) und Ship Chandler. Nach 1 1/2 Wochen beginnen wir langsam, uns in der Stadt zurecht zu finden, und wissen wir einmal nicht weiter findet sich immer ein hilfsbereiter Einheimischer. Besser gefällt uns die Stadt aber immer noch nicht, und so bleibt Einkaufen der einzige Grund, der uns hierhält.

Wir fangen damit an einen Vorrat von allem anzulegen, das längere Zeit hält und tief im Schiff verstaut werden kann, u.a. 20 kg Milchpulver, 18 kg Haferflocken, 15 kg Nudeln, 15 kg Reis, 35 kg Gemüsekonserven, 21 Liter Wein (gelagert im neu eingerichteten Weinkeller), 85 Liter Bier, und noch vieles mehr. Laut Stauliste befinden sich nun 320 kg Proviant an Bord, exklusive Verpackung. Das Verstauen der Einkäufe dauert mindestens so lange wie das Anschaffen selbst, denn alles wird gewaschen, getrocknet, eventuell umgepackt, in die Buchhaltung aufgenommen und schlußendlich kunstvoll weggeschlichtet. Wir haben zu unserer Freude immer noch ein wenig Platz übrig. Und wenn der nicht mehr reicht, dann könnten wir noch ordentlich ausmisten, zum Beispiel die zwei verrosteten Klappräder, den kaputten Außenborder, die Werkbank, die Rolle Teppich, ...

Gesellschaftsleben

Am Ankerplatz treffen wir auch auf ein paar alte Bekannte, aber vom Rest der Seglergemeinde bekommen wir nicht viel mit. Gerade das Funknetz in der Früh hören wir uns an, und am Dienstag gibt es einen kärglich besuchten Stammtisch in der örtlichen Pizzeria. Am Netz (VHF 74 @ 1300Z) werden Informationen weitergegeben, Fragen gestellt und beantwortet, Dinge verkauft oder gesucht. Beim Stammtisch werden Bücher getauscht, Bier getrunken, Pizza gegessen, und dann wird schnell wieder zurück zum Boot gefahren.

Wir haben jedenfalls genug von der Stadt und sehnen uns nach Ruhe, Natur und Wasser, in das man gerne hineinspringt. Das Wetter ist auch immer besser geworden und entspricht mittlerweile unseren Vorstellungen: Sonne und etwas Wind. Es ist also Zeit, weiter zu fahren, zur 30 Meilen vor Panama City liegenden Inselgruppe Las Perlas.

Kommentare [+]

Neujahrsgrüße

Walter

Grüß Euch,
ich habe euch nun bis zu eurem jetzigen Anker/Liegeplatz mitverfolgt (hat einige Zeit gedauert bis ich alles durchgelesen hatte), Supersache!
Verfolge schon seit vielen Jahren Blauwassersegler, nun seid ihr auch auf meiner Liste ;-)
Gibt auf Las Perlas nicht einen ausgewanderten Deutschen Amateurfunker, der Ozelot`s züchtet und ein Segler-Info-Netz betreibt?
HNY-2011 und Grüße (73s) aus der Steiermark!

01.01.2011 15:08:51

Nachtrag

Walter

Nun habe ich mal nachgesehen wie er heißt...
Es ist "Panama-Günter", auf der Insel Contadora mit dem Rufzeichen HP1XVH...
ciao und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

07.01.2011 02:35:46

OE5AGO

Walter

Wie ich sehe, ist OE5AGO mit der SY Amigo nun nicht mehr sehr weit hinter Euch ;-)

27.01.2011 15:52:13