Kuna Yala

14.04.2010 - 25.04.2010
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Kuna Yala, das Land der Kuna, erstreckt sich über weite Teile des östlichen Panamas. Nahezu unberührter Regenwald auf dem Festland, über 300 großteils palmenbedeckte Inseln im San Blas Archipel vor der Küste, manche so dicht besiedelt wie möglich, manche unbewohnt. Die sehr konservativen Gesetze der Kuna sorgen dafür, dass dieses Paradies nicht wie andere Gegenden in eine Tourismus-Hölle verwandelt: Aussenstehende können kein Land kaufen, dürfen auch keine Dienstleistungen wie Führungen oder Yachtcharter anbieten (Backpacker-Transporter fallen wohl in eine tolerierte Grauzone). Ehen zwischen Kunas und Nicht-Kunas sind verboten, was aber durch die geringe Bevölkerung von ca. 55.000 Kunas Erbkrankheiten fördert, so sind Albinos kein seltener Anblick.

Wir besichtigen den "touristischeren" westlichen Teil des San Blas Archipels. An jedem guten Ankerplatz liegen mehrere andere Yachten, alle paar Wochen läuft ein Kreuzfahrtschiff ein. Hin und wieder paddeln oder segeln Kuna in einem Ulu, einem Einbaum-Kanu, zu den Yachten (beim Ankern sollte man immer Fender hängen haben) und bieten frisch von den Pflanzungen im Regenwald geholtes Obst und Gemüse an, manchmal Fisch oder Eier, oft Molas. Das sind kunstvolle Stickereien, die Teil der traditionellen Kleidung der Kuna-Frauen sind. Der Handel mit Seglern ist, neben den an manchen Orten von den Congressos, den lokalen Regierungen, eingehobenen geringen Ankergebühren (z.B. US$ 7,- für einen Monat), eine der wenigen Möglichkeiten für Kunas an Dollar zu kommen, trotzdem sind sie nie aufdringlich, bei einem Nein fahren sie gleich weiter.

So unberührt wie der Regenwald ist auch die Unterwasserwelt, die die Inseln umgebenden Riffe sind ein Schnorchelparadies. Scuba Diving ist verboten, aber da sich das meiste und bunteste Leben in 0 - 5 Metern Tiefe tummelt ist das ziemlich egal.

Kleine Rundreise

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Wir verlegen uns in die West Lemmon Cays, eine Gruppe von 12 Inseln östlich von Porvenir. Wir nehmen die von Fritz (SY Fritz the Cat ) empfohlene westliche Einfahrt, Sonja am Steuer, auf den Tiefenmesser starrend, David am Bug, ins Wasser starrend, da es eine sehr seichte Stelle geben soll. 2,0 Meter...1,9 Meter...1,8 Meter...keine Anzeige mehr am Echolot...2,5 Meter - wir haben sie passiert.

Wir ankern im Süden der Inselgruppe neben der SY Sawadi . In Folge lernen wir deren Besatzung, Stefan und Flecky, den Bordkater kennen. Stefan, früher Programmierer, begann einmal eine Weltumsegelung, blieb dann aber in Kuna Yala hängen. Kann man verstehen. Von ihm erhalten wir einige lokale Informationen. Dass es etwa morgens um 08:30 eine Funkrunde gibt (Panama Connection Net, SSB 8.107 kHz), dass man sich hier zwischen Seglern auf VHF 72 verständigt, und dass es auf Elephant Island günstiges kaltes Bier und Volleyball gibt. Ansonsten erkunden wir mit Flossen und Schnorchel die Unterwasserwelt rund um unser Boot.

Am Abend werden wir von Fritz auf österreichisches Essen eingeladen, Kaiserschmarren. Für den ehemaligen Gastwirt ist das bekochen der 17 Backpacker und 2 österreichischen Gäste kein Problem.

Den nächsten Tag verbringen wir wieder mit Schnorcheln, an anderen Riffen. Am Abend steigt eine Party auf Elephant Island. Der Grill wird angeheizt, mehrere Yachties bringen ihre Instrumente, unter anderem batteriebetriebene E-Gitarren, und dann wird bis spät in die Nacht, die hier sehr früh beginnt, gefeiert, getanzt, getratscht und getrunken.

Nach einem weiteren Schnorcheltag geht es weiter zur nächsten Inselgruppe, den Holandes Cays, wo wir auf einem Ankerplatz namens "Swimming Pool" unser Lager aufschlagen. 2 - 3 Meter tiefes türkisblaues Wasser über weißem Sand, auf allen Seiten von Inseln und Riffen umgeben, an welchen sich die Brandung der Karibischen See bricht, so dass man ausser dem Rauschen nichts von dieser mitbekommt. Wir unternehmen mehrere Ausflüge mit dem Dinghy, erkunden das Innenriff, wo sich zahlreiche Adler- und Stachelrochen tummeln.

Nach zwei Nächten geht es weiter zu den Coco Bandero Cays, wo das Ankern nicht ganz so paradiesisch wie in den Holandes Cays ist, wir aber beim Schnocheln wieder mal auf einen Hai treffen.

Wanderung

Von dort segeln wir zu den Islas Robenson, welche im Golf von San Blas liegen. Wir sind dort mit Rose und Tom von der SY Sojourn verabredet, die eine Wanderung zu dem im Regenwald gelegenen Kunadorf Mandinga organisiert haben. Das Wasser am Ankerplatz neben der Insel Gerti ist zwar wegen der zahlreichen Flüsse, die hier ins Meer fließen, trüber, aber dafür gibt es rund um uns herum nur Regenwald und, abgesehen von den kleinen bewohnten Inseln, Einsamkeit und Ruhe.

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Die Wanderung beginnt um 7 Uhr früh, kurz nach Sonnenaufgang. Unser Guide Justino holt uns mit einem kleinen Ulu vom Boot ab, das sich für uns aber als zu instabil herausstellt. Schnell beschließen wir zum Dorf zurückzukehren und das große Ulu der Gemeinde auszuborgen. Darin fühlen wir uns sicher und fahren einen Flusslauf soweit wie möglich hinauf, lassen das Ulu zurück und beginnen die Wanderung. Justino ist offensichtlich nicht an langsames spazieren gewöhnt, er legt ein Tempo vor, welches die Stimmung in der Gruppe etwas drückt. Nach etwa einer Stunde ist die erste Siedlung erreicht, die wir aber flott hinter uns lassen um im Eiltempo das Dorf Mandinga, am Fluss Mandinga gelegen, zu erreichen.

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Dort wird erst einmal jemand gesucht, der Mittagessen kocht, dann geklärt, wieviel wir essen wollen. Schließlich können wir die Community besuchen, lassen uns Molas zeigen, bekommen traditionellen Armschmuck angepasst und haben Spass mit den sehr aktiven und fröhlichen Kindern. Im Anschluss an das Mittagessen bekommen wir noch vorgeführt, wie aus Zuckerrohr der Saft gepresst wird, welcher sofort getrunken werden kann oder vergoren wird. Zur Abkühlung setzen wir uns in den Fluß, was aber nur kurz hilft. Am Rückweg haben wir es nicht mehr so eilig, kürzer ist er aber auch nicht geworden und so erreichen wir ziemlich erschöpft das Ulu, welches uns kurz vor Sonnenuntergang auf unseren Booten absetzt.

Links

SY Fritz the Cat (Fritz)
SY Sawadi (Stefan & Flecky)
SY Sojourn (Tom & Rose)

Kommentare [+]

Wilson

Petra

Es freut uns sehr zu sehen, dass es Wilson noch gut geht.
Möge er auch die weitere Reise unbeschadet überstehen.

26.04.2010 08:23:19

Wilson !

Dominik

:) schön, dass es ihm gut geht :)

28.04.2010 08:59:21