Lanzarote

26.11.2009 - 04.12.2009

Nach den Arbeitstagen vor Arrecife begaben wir uns in die am Südende von Lanzarote gelegene Marina Rubicon, um das Boot ordentlich innen und außen zu reinigen, mit den Malarbeiten fortzufahren (die zwar noch Tage andauern, aber pro Tag immer nur wenige Minuten), und die Insel drei Tage mit einem Mietwagen zu erkunden.

Mondlandschaft

Mondlandschaft

Wenn einmal die erste Kolonie auf dem Mond errichtet wird, wird es dort vermutlich so aussehen wie hier (mit Ausnahme des Himmels): Lanzarote merkt man sehr deutlich den vulkanischen Ursprung des Archipels an, kein Wunder, zwischen 1730 und 1736 wurde fast ein Viertel der Insel bei einer Serie von vulkanischen Aktivitäten umgeformt und unter Lava und Asche begraben. Die zahlreichen Vulkane und Lavawüsten verleihen der Insel durch ihre Farben- und Formenvielfalt einen gewissen Reiz, was von den Dörfern, welche alle aus kubischen, weißen, ein- bis zweigeschossigen Häusern bestehen, nicht behauptet werden kann. Andererseits passt die Trostlosigkeit der Siedlungen zur Kargheit der Landschaft. Besonders im Nationalpark Timanfaya, der Rund ein Drittel des im 18. Jahrhundert verwüsteten Gebiets umfasst, kann man eine Vorstellung davon bekommen, wie unser Planet bei seiner Entstehung ausgesehen haben könnte.

Durch die ansonsten unpassierbaren Lavafelder der Insel ziehen sich Straßen in ausgezeichnetem Zustand (was man aber von deren Beschilderung oft nicht sagen kann). Auch dürfte noch einiges in Planung sein, denn nur Korruption wird hoffentlich nicht die Erklärung für Straßenbauprojekte wie etwa riesige Kreisverkehre mit genau zwei Zufahrten sein.

Kultur

Fundación César Manrique Jardin de cactus.

Dass die Küste von Lanzarote nicht wie die anderer Inseln mit mehrstöckigen Bettenburgen zugepflastert ist, ist vor allem dem 1992 verstorbenen lokalen Künstler César Manrique zu verdanken, der sich für die Erhaltung von Landschaft und kultureller Identität von Lanzarote eingesetzt hat. Bei zahlreichen der von uns besichtigten Sehenswürdigkeiten hatte er die Hände im Spiel, wie beim Jardin de Cactus (Kaktusgarten), Mirador del Rio (einem Aussichtspunkt auf den nördlichen Klippen), dem Restaurant des Timanfaya-Nationalparks und natürlich in Casa Taro de Tahíche, seinem in und um Lavablasen erbauten ehemaligen Wohnhaus, in dem sich nun die Stiftung Fundación César Manrique befindet.

Tradition

Wie immer krönte ein Besuch des lokalen Baumarkts unseren Landausflug, und dieser war wirklich ein Paradies: Scheinwerfer, Benzinkanister, Grillkohle und sogar Leinen für neue Schoten und Flossen bekamen wir dort zu wirklich günstigen Preisen.

An Lanzarote haben wir uns aber doch schnell sattgesehen, denn was erholungsbedürftigen, sonnenhungrigen Pauschalreisenden bzw. Auswanderern aus Großbritannien, Deutschland und Österreich gefällt ist unsere Sache auf Dauer nicht. Sobald die Schweißarbeiten am Boot erledigt sind (das Gasflaschenschapp wird wegen Rost ausgebessert) werden wir eine andere Insel anlaufen.

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