Madeira

08.11.2009 - 16.11.2009
Wanderung zum Ponta de São Lourenço.

Madeira ist vor allem ein Wanderparadies und daher auch bei Österreichern als Urlaubsziel beliebt. Und das zu recht, wie wir bereits auf unserer ersten Wanderung zum Nahe der Marina Quinta do Lorde gelegenen östlichsten Punkt der Insel, São Lourenço feststellen konnten. Die Schönheit der Landschaft kann mit Worten nicht ausreichend beschrieben werden, daher verweisen wir auf die Fotogalerie.

Auf Tour

Was, wenn man den allmorgentlichen Berufsverkehrsstau betrachtet, im "normalen" Leben nicht funktioniert, klappte bei uns auf Anhieb: Über alle Sprach- und Kulturdifferenzen hinweg bildeten Thomas / SY Frigga, Ruben / SY Lida (beides Norddeutsche) und wir eine Fahrgemeinschaft, mieteten ein Auto und fuhren damit vier Tage lang quer über die Insel.

Tag 1: Funchal

Die Stadt hat alle Attribute einer europäischen Kleinstadt, zahlreiche Einkaufsmöglickeiten, Museen, usw. und ist außerdem noch sehr hübsch am Fuße der Berghänge eingebettet. In diese werden überall, wo es möglich ist, Häuser hineingebaut um zusätzlichen Wohnraum zu erschließen, wodurch die Hänge zersiedelt wirken.

Als anständige Österreicher besuchten wir natürlich das Grab unseres letzten Kaisers, Karl I. von Österreich, in der Igreja de Nossa Senhora do Monte, einer Kirche an einem Hang nördlich von Funchal. Diese ist mit einer Seilbahn aus österreichischer Produktion erreichbar.

Toboggan.

Vor der Kirche bietet sich ein anderes Spektakel: Toboggan. Mit Touristen befüllte Schlitten mit Korbsesseln schießen von zwei weiß gekleideten Männern gelenkt mit über 30 km/h die kurvige Bergstraße hinab.

Madeira-Wein Verkostung in Funchal.

Natürlich verkosteten wir Madeira-Wein, leider nicht im wegen Renovierung geschlossenen Madeira-Wein-Museum, sondern in einer lokalen Kellerei, aber sowohl Geschmack als auch Präsentation reichten bei weitem nicht an die Portwein-Verkostungen in Porto heran.

Zum Abschluss probierten wir noch die lokale Spezialität, Degenfisch mit gebackener Banane. Der Fisch war ganz gut, aber nichts herausragendes, und die Banane wäre in einer Zitronen-Honigsauce mit gerösteten Mandeln besser aufgehoben gewesen. Hätte vielleicht auch zum Fisch gepasst, wie hier .

Tag 2: Frühstück über den Wolken

Auf dem Pico do Arieiro.

Der Tag begann wie ein Herbsttag, wie wir ihn kennen: Dunkel, Nebel, 3 Grad. Dunkel, als wir um 6 Uhr aufbrachen. Nebel, als wir die Wolkendecke durchquerten. 3 Grad, als wir bei Sonnenaufgang auf dem mit 1818 Metern dritthöchsten Berg Madeiras, dem Pico do Arieiro frühstückten, noch bevor andere Touristen eintrafen.

Anschließend wanderten wir zum Gipfel des mit 1862 Metern höchsten Berges Madeiras, dem Pico Ruivo, der zwar nur 44 Meter höher als der Pico do Arieiro liegt, dazwischen lagen aber mehrere hundert Höhenmeter und ungezählte Stufen. Der Weg ist sehr gut ausgebaut (es wurden sogar mehrer Tunnel in den Berg geschlagen) und abgesichert und stellt somit nur eine konditionelle Herausforderung für Seglerbeine und -lungen dar. Und was in den Häfen die Deutschen sind, sind auf den Bergen die Österreicher: Schätzungsweise jeder zweite versteht ein "Griaß di" zu erwidern.

Da es nach einem weiteren Picknick noch hell war erledigten wir auch noch schnell den Besuch der zweithöchsten Klippen der Welt, Camara de Lobos, doch nach dem Ausblick über den Wolken konnte das nicht mehr ganz so beeindrucken.

Tag 3: Rundfahrt im Westen der Insel

Bad von Porto Moniz.

Der dritte Tag war dem Nordwesten und Westen der Insel gewidmet. In Porto Moniz besuchten wir das örtliche Freibad, das eindrucksvollste, das wir bisher kennen: In die zerklüftete Küste gebaut ragen Felsen mitten aus dem Becken und die Wellen des Atlantiks brechen sich vor und am Beckenrand.

Mit dem Besuch des Leuchtturms am Ponto da Pargo haben wir nun neben dem östlichsten, südlichsten, nördlichsten und höchsten auch den westlichsten Punkt Madeiras erreicht.

Eine spannende Bergstraßentour (wie lang hält wohl die Tankreserve?) bildete den gelungenen Abschluss des Tages.

Tag 4: Levada-Wanderung

Santana.

Im Nordosten besichtigten wir Santana, wo noch vereinzelt traditionelle mit Stroh gedeckte Nurdach-Häuser zu finden sind.

Levada do Caldeirão Verde.

Unsere dritte Wanderung führte uns entlang eines der sogenannten Levadas, der Bewässerungskanäle Madeiras, von Queimadas zum Caldeirao Verde, einem hohen Wassefall, dem Ursprung dieses Levadas. Wasserfeste Kleidung und starke Taschenlampen sind notwendig um die Wasserfälle, unter welchen der Weg durchführt, und die Tunnels, welche nicht immer Stehhöhe haben (!), ohne gröbere Unannehmlichkeiten passieren zu können. Üppige Vegetation und schönes Panorama machten diese Tour zu einem einmaligen Erlebnis.

Baumarkt!!!

Und was macht einen Tag für einen Fahrtensegler perfekt? Natürlich ein Besuch des örtlichen Baumarkts, in dem man sich mit Schrauben, Gartenmöbelpolstern, Profilleisten oder Scharnieren eindecken kann.

Fazit

Um es mit den Worten von Karls Großonkel zu sagen: "Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut."

Literatur

Links

SY Lida (Ruben)
SY Frigga (Thomas)
Turismo de Portugal - Madeira Islands
Madeira Island: The complete holiday destination guide.

Kommentare [+]

wie urlaub

Sabine

mit euren fotots kann man so richtig ins träumen kommen
danke, fürs entfliehen aus dem alltag

alles liebe lg, sabine

15.11.2009 18:03:33

RE

Chrisu

Echt schön da im Atlantik! Macht Lust auf einen Kurzurlaub!
Wie gehts eurem Segel?

17.11.2009 17:57:29

tolle Fotos!

Harri

Die Bilder der Felsküsten gefallen mir besonders gut!
liebe Grüße,
Harri

18.11.2009 17:30:42

Re: tolle Fotos!

Sonja & David

> Die Bilder der Felsküsten gefallen mir besonders gut!
> liebe Grüße,
> Harri
Dachten wir uns schon, dort hatten wir uns gesagt: "Da, die Felsen, die müssen wir noch für Harri und Edith fotografieren."

21.11.2009 19:42:00

Re: RE

Sonja & David

> Echt schön da im Atlantik! Macht Lust auf einen Kurzurlaub!
> Wie gehts eurem Segel?
Segel sind geflickt und haben die 332 Meilen zu den Kanaren ohne neue Schäden überstanden. Und das nicht nur, weil wir ca. 1/5 der Zeit motort sind.

21.11.2009 19:45:00