Porto Santo

01.11.2009 - 04.11.2009

Langsam werden die Distanzen größer. Hinter uns liegen 4 Tage und Nächte auf See, 525 Seemeilen großteils ungemütliche Schaukelei, da Wind zumeist von achtern, Wellen aber immer von der Seite kamen, die Dünung eines Tiefdruckgebietes nördlich unserer Route. Der durch die sehr anstrengenden Bootsbewegungen verursachte Schlafmangel hat diese Etappe für uns zu einer großen Anstrengung gemacht. Zusätzliche Veränderungen von Windgeschwindigkeit und -richtung im Stundentakt erforderten zahlreiche Halsen. Kurzum, leicht war es nicht. Unsere nun verlässlich funktionierende Windsteueranlage, die in Cascais repariert wurde, und permanent gesteuert hat ist uns in diesen Tagen zum unverzichtbaren Ausrüstungsgegenstand geworden. Auch sehr wertvoll ist der neue Wassermacher welcher uns nun auf hoher See frisches, sauberes, wenn auch fade schmeckendes Trinkwasser liefert.

Einen Rückschlag haben wir leider zu verzeichnen, der unsere Segel betrifft. Das auch in Cascais ausgebessertes Großsegel hat einen Riss und weitere beschädigte Stellen, die, wie wir jetzt endlich entdeckt haben, durch die Reibung der Genuaschot, auf der der Großbaum auf Raumwindkurs zeitweise aufliegt, verursacht werden. Bei der Genua selbst ist der UV-Schutz in einer windigen Nacht zerfetzt und muss erneuert werden.

Überall Deutsche ;-)

Kaum verlässt man die normalen Kurzurlaubssegelgebiete wird einem von allen Seiten Hilfe angeboten. Montag Abend funkte uns der Frachter Olga Maersk an, ob wir vielleicht einen Wetterbericht oder sonst irgendwelche Informationen bräuchten. Nachdem wir festgestellt hatten, dass Deutsche und Österreicher auf Deutsch funken können plauderten wir ein wenig und wissen nun auch, dass unser Radarreflektor mehr als 9 Seemeilen weit gut zu sehen ist.

Update: Das war ein Geisterschiff!

Einen Tag später erhielten wir eine E-Mail vom "Seelotsen" Christoph Schütze, einem Segler und Funkamateur (DH2LC), der von Deutschland aus Atlantikseglern Unterstützung bietet, von Wetterinformationen bis hin zu Rettungsaktionen. Gefunden hat er uns über die Winlink-Positionskarte, auf der er anscheinend Neuankömmlinge im Atlantik sucht und sie über seine Hilfe informiert. Mehr Informationen dürfte es unter www.Seelotse.com geben, was wir mangels Internet noch nicht einsehen konnten, aber wir kennen ihn schon aus einem Artikel in der Zeitschrift Yacht, Ausgabe 17/2009. Wir werden aber demnächst einmal bei ihm reinhören.

Abzocke

In Porto Santo angekommen gingen wir, auch um Hafengebühren zu sparen, vor dem neben dem Hafen liegenden Strand vor Anker (da noch wundernd, warum wir das einzige Boot waren), pumpten das Dinghy auf und tuckerten stolz mit unserem neuen Aussenbordmotor an Land, um die Zoll- und Einwanderungsformalitäten zu erledigen. Nachdem unsere Daten aufgenommen waren schickte uns der Beamte weiter zur Hafenbehörde, die uns mitteilte, dass Ankern ausserhalb des Hafens EUR 27,- / Tag kostet (Ankern! Ungeschützt, ohne Strom- und Wasseranschluss, ohne Duschen, ohne jegliche Bezahlung rechtfertigende Leistung), gingen Kopf schüttelnd weiter zum Marinabüro, erfuhren, dass der Tag am Steg für ein Boot unserer Länge EUR 22,- kostet (inklusive Strom, Wasser und Duschen), tuckerten wieder zu unserem Boot und verlegten uns in die Marina.

Hier liegen wir nun in einer Marina, in der keine Charteryachten, sondern ausschließlich für Langfahrten ausgerüstete Yachten ankommen, gemeinsam mit alten Bekannten wie der SY Sparrow, und Weniger-Bekannten, aber schon in Vorhäfen gesehenen Yachten. Bei den heftigen von den Bergen kommenden Böen sind wir auch ein wenig froh, dass wir nun nicht mit dem Schlauchboot anlanden müssen.

Links

SY Sparrow (Silke & Pete): http://www.ohnegeldumdiewelt.de

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