Vanua Levu

08.08.2012 - 25.08.2012
Bojenfeld in Nakama Creek, Savu Savu.

Was in Fiji sofort auffällt ist die unglaubliche Freundlichkeit sämtlicher Beamten, denen man beim Einklarieren begegnet. Ausserdem ist man in Savu Savu sehr bemüht, die vorgeschriebenen Formalitäten möglichst kundenfreundlich zu erledigen. Quarantäne, Immigration und Customs werden mit dem Marina-Dinghie zum Boot gebracht, Biosecurity wartet auf der Marina-Terasse auf unseren Abfall.

Savu Savu ist eine kleine Stadt mit einem kleinen Markt, einigen Supermärkten, zahlreichen guten und (für uns reiche Europäer) unglaublich günstigen Lokalen, und mehreren Marinas. Wobei unter Marina hier ein paar Mooringbojen, wacklige Stege fürs Dinghie, eine Bar, und Duschen in mehr oder weniger heruntergekommenen Schuppen zu verstehen sind. Aber mehr braucht man ja nicht.

Hier treffen wir auch wieder auf zahlreiche Boote, denen wir schon früher begegnet sind. Nach dem späten Verlassen von Neuseeland sind wir nun wieder mitten drin im Cruiser-Zirkus, was sich unter anderem durch erhöhten Alkoholkonsum in diversen Bars äußert.

Tauchgang bei Dream House.

Da sie uns von anderen Seglern empfohlen wurden gehen wir mit Koro Sun Diving tauchen, an der Südküste Vanua Levus. Bei einem Rundtauchgang im offenen Wasser sollen wir auf Schwärme von Hammerhaien stoßen können. Doch wir finden sie nicht, nur Barrakudas und aufdringliche Remoras. Der zweite Tauchgang an dem Tag führt durch Schluchten und Höhlen. Ganz nett, aber viel mehr auch nicht.

Dann erfahren wir, dass sich genügend Taucher für eine Fahrt nach Namena, einem Naturschutzgebiet etwa 20 Meilen von der großen Insel entfernt, gefunden haben. Dort soll das Tauchen spektakulär sein. Wir sind dabei.

Tauchgang bei Chimneys / Namena.

Auf der Fahrt nach Namena sichten wir zwei Buckelwale. Der erste Tauchgang findet bei "Chimneys" statt, zwei Säulen, auf denen harte und weiche Korallen dichtest gedrängt wuchern. Von Namena-Veteranen erfahren wir, dass sich die Korallen an diesem Tag besonders schön gezeigt haben, da sie alle geöffnet waren. Insgesamt ist die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, an Farben und Formen fast schon zuviel für einen Tauchgang. Wir haben keine Ahnung, welche Fische wir gesehen haben, aber es waren von jedem Fisch, den wir uns in unserer Fantasie ausmalen können, ein paar da.

Tauchgang bei Grand Central Station / Namena.

Der zweite Tauchgang ist in "Grand Central Station", wo wir mit einer leichten Strömung durch unterschiedlichste Unterwasserlandschaften driften. An der Riffkante halten wir kurz, um über die Kante in die Tiefe zu spähen und ein paar Haie zu beobachten. Daneben gibt es Schwärme von größeren Fischen zu sehen, die sich aus Platzmangel untereinander vermischen. Ein Mittaucher bemerkt danach treffend: "The visibility was limited by fish."

Eine illegale Longline wird konfisziert, zwei Thunfische ebenfalls.

Auf der Rückfahrt sichtet der Skipper eine dahintreibende Boje und will diesen Plastikmüll aufsammeln. Doch an der Boje hängt mehr dran: es ist eine anscheinend illegal gesetzte Longline. Meter um Meter Nylon wird eingeholt, die Vorfächer mit den Köderfischen abmontiert. An einem ist mehr Zug: ein Yellowfin Tuna hat angebissen und wird konfisziert. Ebenso ein kleiner Bluefin Tuna. Zurück an Land werden alle zu frischem Sashimi eingeladen.

Waisali Forest Reserve.

Da wir auf gutes Wetter zum Weiterziehen warten führt uns noch ein Ausflug ins Landesinnere zum Waisali Nationalpark, wo man eine kurze Rundwanderung im Regenwald gehen kann. Abenteuerlich dabei ist die Fahrt mit dem öffentlichen Bus. Dieser ist stark untermotorisiert und bewältigt die zahlreichen Steigungen gerade eben im Schritttempo. Bergab wird dafür um so mehr gerast. Die Bremsen funktionieren aber gut, und die Musikanlage ist wie in allen Bussen auf Fiji top ausgestattet und voll aufgedreht.

Schließlich, als für die nächste Zeit wieder beständige Südostwinde mit mehr oder weniger wolkenfreiem Himmel vorhergesagt sind, erledigen wir einen letzten Großeinkauf, denn dort, wo wir hin wollen, gibt es weder Markt noch Supermarkt: in die im Nordwesten Fijis gelegene Inselgruppe der Yasawas.

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