Vanuatu

15.10.2012 - 29.10.2012

Aneityum

Anelcauhat, Aneityum.

Ein Grund diese Insel als erste anzulaufen ist, dass das Einklarieren hier besonders einfach ist. Customs und Immigration machen in dem kleinen Polizeiboot die Runde von Yacht zu Yacht und erledigen alle Formalitäten an Bord. Dreimal wöchentlich hat die Bank des Dorfs Anelcuahat offen, so dass wir unsere letzten Fiji Dollar und einige Euro in Vanuatu Vatu tauschen können, von denen wir gleich ein paar zur benachbarten Polizeistation tragen, um die Einreisegebühren zu bezahlen.

Kurz vor uns sind auch alte Bekannte, Edi und Claudia auf cul8er eingetroffen, mit denen wir endlich wieder einmal Österreichisch reden können.

Vorführung traditioneller Kleidung; Anelcauhat, Aneityum.

Das Dorf organisiert einen bunten Heimatabend für die hier ankernden Yachten, und wir nehmen gerne teil. Traditionelle Kleidung und Tänze werden vorgeführt, Feuer wird ohne Feuerzeug gemacht, Kava getrunken (welches ganz anders als in Fiji schmeckt, viel stärker und schärfer), und schließlich gibt es ein Buffet mit lokalen Spezialitäten: im Erdofen gebackenes Gemüse und Huhn in Taroblättern, Laplap, Oktopus in Kokosmilch, verschiedene Wurzeln und Knollen, Obst, und natürlich Trinknüsse.

Beim nächsten Sonnenaufgang, gerade rechtzeitig bevor ein riesiges Kreuzfahrtschiff die Bucht anläuft, gehen wir Anker auf.

Tanna

Sehr schaukelig, dafür rasend schnell geht es weiter zur nächsten Insel, Tanna.

Fischer in Port Resolution, Tanna.

Auf den ersten Blick sieht Port Resolution wie ein perfekter Ankerplatz aus. Auf den zweiten Blick wie eine tödliche Falle. Die Bucht ist geschützt gegenüber der Hauptwindrichtung Südost, aber Schwell biegt ums Eck und rollt permanent durch die Bucht. Sie bietet jede Menge Platz, und bei vier bis fünf Metern Wassertiefe und gut haltendem Grund kann man auch für kräftigen Wind mehr als ausreichend Kette stecken. Aber dreht der Wind auf Ost oder nördlicher können sich im seichten Wasser schnell brechende Wellen aufbauen.

Aber am Ende ist es dann doch nicht so schlimm, nur etwas rollig.

Ireupuow, Port Resolution, Tanna.

Hauptattraktion der Insel ist Mt. Yasur, ein aktiver Vulkan, der als weltweit zugänglichster gilt. Mit dem Geländewagen kann man auf wenige hundert Meter an den Krater heranfahren. Doch dazu braucht man erst einmal einen Geländewagen. Dies soll im nahen Dorf Ireupuow einfach zu organisieren sein.

Wir kommen zu Mittag, kurz nach cul8er an, die bereits Besuch von der dritten hier ankernden Yacht bekommen haben. Diese hatten für den Vortag einen Geländewagen bestellt, er war nicht gekommen, und haben nun für heute wieder einen bestellt. Aber da sie heute doch lieber weitersegeln wollen meinen sie, wir könnten ihn gerne haben.

Edi fährt an Land, um noch einmal nachzufragen. Alles ist klar, um 16:00 soll es los gehen. Wir sind überpünktlich, eine Runde durchs Dorf geht sich aus, doch von Geländewagen keine Spur. Aber für den nächsten Tag wird uns einer zugesagt.

Mt. Yasur, Tanna.

Als wir am nächsten Tag vormittags fragen, ob am Nachmittag ein Geländewagen da sein wird, wird es kompliziert, denn alle Autos bis auf eines seien belegt, dessen Fahrer ist Seventh Day Adventist. Es ist Samstag, und das ist der Feiertag dieser Sekte. Nach vielem hin und her, fragen hier, fragen da, werden wir schließlich um 17:00, etwas zu spät für unseren Geschmack, abgeholt, und es geht zum Vulkan.

Ein teurer Spaß. Aber !!!Kabumm!!!

cul8er zieht weiter nach Neukaledonien, wir bleiben noch zwei Nächte, dann segeln wir nach Port Vila auf der übernächsten Insel, Efate.

Port Vila

Markt von Port Vila, Efate.

Die Stadt ist hübsch, hat einen großartigen Gemüsemarkt und einen auch tollen Handarbeitsmarkt. Es gibt französische Geschäfte, Baguette und Croissants, gut sortierte und unglaublich teure Supermärkte. Aber Vanuatu ist berühmt für sein Rindfleisch, welches billig und gut ist und so ernähren wir uns vor allem von frischem Gemüse und Fleisch.

Ein paar Kilometer außerhalb der Stadt sind die Mele-Cascades zu besichtigen. Um dort hinzugelangen stoppen wir einen der unzähligen Minibusse, die die wenigen Straßen auf- und abfahren. Zuerst muss mit dem Fahrer geklärt weren, ob er zum gewünschten Ziel fahren kann, bzw. ob es mit denen der anderen Fahrgästen vereinbar ist, dann muß man als Tourist noch den Fahrer auf den Normaltarif herunterhandeln, und schon geht es los. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht, und jeder kommt am Ende dort an wo er möchte.

Mele Cascade, Efate.

Wir besuchen also die Wasserfälle, die tatsächlich sehr schön und herrlich zum Baden sind. Gleich daneben befindet sich der Secret Garden, in dem man spazieren und dabei Geschichten und Geschichte aus Vanuatu auf Tafeln lesen kann. Wir lernen viel über Kannibalismus, Zwergmenschen, Affenmenschen, Bestattung von lebenden Menschen, Dorfleben und Schweine, Schrumpfköpfe, Vulkane und Schönheitsideale der Frauen. In manchen Dörfern galt es als sexy, keine Vorderzähne zu haben, weshalb diese vor der Heirat ausgeschlagen wurden. Starb der Ehemann, wurde die Frau mitbegraben. Ob Buben oder Mädchen bevorzugt wurden, war unterschiedlich, dem unerwünschten Kind konnte es jedoch passieren, dass es zum Sterben in den Baum gehängt wurde. Da in manchen Gegenden ein langer Kopf schick war, wurden Neugeborenen Bänder um den Kopf gewickelt, um diesen zu deformieren. Jedes Dorf hat andere Sitten und Praktiken, die sehr verschieden sein können. Aber seit Missionare hier Fuß gefasst haben (nachdem die ersten gegessen wurden) sind von vielen dieser Bräuche nur noch Geschichten, von manchen auch Fotos übriggeblieben. Aber zwei Traditionen sind erhalten geblieben und werden es wohl auch bleiben: Schweinemassaker und Kavatrinken.

Wir brauchen Erholung und gehen daher zur nahegelegenen Kaffeerösterei, zu frischem Espresso aus Tanna und Kuchen.

Tauchgang bei Semle, Efate.

Dann warten wir wie üblich auf Wetter. Da es auf sich warten lässt, gehen wir tauchen. Doch kaum beginnen wir mit dem Abstieg, fängt Sonjas Kopf stark zu schmerzen an, die Nebenhöhlen dürften verlegt sein. So muss sie leider an die Oberfläche zurückkehren, und David steigt mit dem Guide weiter zum auf 40 Metern gelegenen Schiffswrack "Semle" ab. Die Sicht ist für diese Tiefe ausgesprochen gut. Wir können aber nur wenige Minuten bleiben, und verbringen den Rest des Tauchgangs in geringer Tiefe, in einer hügeligen Rifflandschaft hin- und herschwimmend. Als David sich schon denkt, bei dem wirren Zick-Zack hätte er sich schon längst verirrt, deutet der Guide ihm, kurz zu warten, taucht auf, blickt herum, taucht ab, und im geraden Kurs geht es zurück zum Tauchboot.

Tauchgang bei Aluminium Pigeon, Efate. Tauchgang bei Aluminium Pigeon, Efate.

Auch am zweiten Tauchgang bei "Aluminium Pigeon" kann Sonja leider nicht teilnehmen. Er führt zunächst zum Wrack einer Cessna, dann wieder in geringer Tiefe durch die Rifflandschaft. Große Fische sind kaum zu sehen, und die Korallendichte ist auch sehr gering. Hier muss man auf die kleinen Dinge achten, und so finden sich zahlreiche Nacktschnecken und Würmer in leuchtenden Farben.

Aber nun sollte es endlich ausreichend Wind geben, um zumindest bis zum auf halber Strecke zwischen Vanuatu und Australien gelegenen, zu Frankreich gehörenden Chesterfield zu kommen. Wir erledigen die Ausreiseformalitäten, Immigration und Customs, machen noch einen Großeinkauf am Markt, der überraschenderweise Montags nicht ganz so großartig ist, und wollen noch zur Bootstankstelle, um unseren Dieselvorrat aufzustocken. Aber dort hängt bereits eine Yacht. Seit Stunden. Der Diesel ist aus. Und am nächsten Tag ist Feiertag, da Vanuatu wählt.

Endlich, kurz vor Sonnenuntergang kommt der Tankwagen, und das freundliche Personal legt netterweise Überstunden ein, um alle wartenden Yachten zu versorgen. Es ist schon längst Nacht, als wir getankt haben. Da bleiben wir doch noch bis zum nächsten Tag an der Boje, dann stechen wir in See.

Kommentare [+]

Cool, ihr seid in Vanuatu...

NAMBAWAN [...]

Hallo, habe gerade euren Blog entdeckt - super gemacht!

Wir haben auch vor, unserer SY Nambawan einmal Ihre Heimat zu zeigen, und die ist zufälligerweise genau wo ihr seid :-)

Wünsche euch eine schöne Zeit in der Südsee,
lg,
Markus

20.11.2012 08:08:50