Viti Levu

18.09.2012 - 10.10.2012

Nach drei Wochen in den idyllischen Yasawas fahren wir nun zur Hauptinsel Fijis, nach Viti Levu.

Die Stadt Lautoka soll gut zum Einkaufen sein, doch der Ankerplatz davor ist wenig einladend, erstens wegen dem angrenzenden Frachtterminal, und zweitens wegen dem beständigen Ascheregen aus der Zuckerfabrik. Uns wurde Saweni Bay empfohlen, wenige Meilen südwestlich gelegen, gegen die vorherschenden Südostwinde geschützt und mit Busverbindung nach Lautoka. Wir ankern also dort, fahren mit dem Beiboot an Land und versorgen uns auf dem großartigen Markt von Lautoka mit frischen Lebensmitteln. Als wir zurückkommen weht uns eine steife Seebrise aus Norden entgegen, und natürlich springt der Außenbordmotor nicht an. Es dauert eine Ewigkeit bis wir das schwer beladene Dinghie gegen Wind und Welle die paar hundert Meter zum Schiff gepaddelt haben.

Irgendwie kommt uns unser Ankernachbar in Luv etwas näher als am Morgen vor. Ein schneller Blick aufs GPS zeigt, dass unser Anker noch dort ist, wo wir ihn eingegraben haben. Doch es sind Leute an Bord, und er ist noch über hundert Meter entfernt, also bleiben wir entspannt.

Als wir am späten Nachmittag aus dem Fenster schauen ist unser Nachbar deutlich näher, direkt vor unserem Bug. Wir beobachten weiter. Kurz vor Sonnenuntergang hat der Wind noch ein wenig zugenommen, aber auch ein paar Grad gedreht, und wir können zusehen, wie das andere Boot langsam an uns vorbei driftet, Richtung Mangroven. Da plötzlich, Aktivität an Bord: Der Motor wird gestartet, jemand geht zum Bug, schaut sich um, geht wieder zurück ins Cockpit. Das wars. Wir könnten an deren Stelle nicht mehr ruhig schlafen, würden Anker auf gehen und versuchen neu zu ankern. Unsere Nachbarn verstehen aber anscheinend unter Ankerwache, dem Anker beim Durch-den-Schlamm-Rutschen zuzusehen.

Port Denerau Marina.

Da wieder eine Wettersituation ähnlich zu der beim Sturm in Sawa-I-Lau angesagt ist wollen wir zu einem geschützteren Ankerplatz, von dem aus wir auch das Landesinnere erkunden können. Da sich keiner in der Nähe anbietet nehmen wir eine Boje der Marina in Port Denerau. Massentourismus pur. Auf einer künstlichen Insel reiht sich Ressort an Golfplatz an Ressort, im Hafen werden Busladungen rotgebrannter Bleichgesichter von Kreuzfahrt- und Ausflugsschiffen geschluckt und Abends versuchen mehrere Live-Bands gleichzeitig die YMCA-Performances des Hard Rock Cafes zu übertönen. Zum Glück ist der Spuk jeden Abend spätestens um 10 vorbei.

Blick von Mt. Batilamu; Wanderung im Koroyanitu National Heritage Park. Blick auf die Mamanucas von Mt. Batilamu Hut; Wanderung im Koroyanitu National Heritage Park. Lesi und Isa vor Savu-I-One Wasserfall; Wanderung im Koroyanitu National Heritage Park.

Aber wenigstens trauen wir uns hier, das Boot über Nacht alleine zu lassen, und unternehmen eine Wanderung im Koroyanitu National Heritage Park. Ein Guide ist Pflicht und wir bekommen gleich zwei, Lesi und Isa, die mit uns den mit 1195 m zweithöchsten Berg Fijis, Mt. Batilamu, besteigen. Dank Hitze, Luftfeuchtigkeit und längerer Trainingspause ist das erstaunlich anstrengend. Wir übernachten in der Berghütte, bewundern die Aussicht auf Lautoka und Nadi, die Yasawas und die Mamanuka-Inseln bei Tag, Sonnenuntergang, Nacht und Sonnenaufgang.

In der Nacht wütet ein heftiges Gewitter mit schwerem Regen. Wir machen uns natürlich Sorgen um unser Boot und um den Zustand der Zufahrtsstraße zum Nationalpark, da diese erst vor ein paar Monaten nach Hangrutschen tagelang gesperrt war. Lesi meint in der Früh, dass sie geglaubt hat, ein Cyclone würde über uns ziehen.

Aber am Morgen ist es wieder schön und wir machen uns an den Abstieg. Es gibt noch einen Badestopp bei einem spektakulären Wasserfall, einen weiteren bei einem Pool weiter stromabwärts, der tief genug íst, um aus mehreren Metern Höhe hineinzuspringen, und holen schließlich noch das obligatorische Sevu Sevu im Dorf Abaca nach.

Dann warten wir auf den Allradwagen, der uns abholen soll. Da kommt ein Anruf, dass er nicht kommen kann, da die Straße blockiert sei. Also richten wir uns auf einen mehrere Kilometer langen Fußmarsch ein und gehen los. Erfreulicherweise kommt uns aber bald das Auto entgegen, da schon in der Früh mit den Aufräumarbeiten begonnen wurde und alle umgestürzten Bäume zerlegt wurden. Dennoch finden wir es spannend, wenn ein Auto Boot spielt und durch einen Fluss fährt, der am Vortag noch ein kleiner Bach war.

Ein weiterer Ausflug, als Schlechtwetterprogramm, führt uns in den Garden of the Sleeping Giant, einen Orchideengarten am Fuße des Mt. Batilamu. Es sind sehr viele verschiedene Orchideen und andere blühende Gewächse zu bewundern. Die Straße ein Stück weiter würde es noch heiße Quellen zum Baden geben, aber nachdem wir stinkige Schlammlöcher schon kennen lassen wir das aus. Damit hätten wir dann schon alle Sehenswürdigkeiten in der Gegend erledigt und wollen weiter.

Vuda Point Marina.

Die Wetterprognose für die Überfahrt nach Vanuatu, 450 Seemeilen entfernt, ist vielversprechend. Doch als wir das Rigg prüfen sind wir verunsichert: sind das Haarrisse in den Wantenterminals? Da wir nicht unbedingt unterwegs den Mast verlieren wollen, wollen wir das ganze noch von einem Rigger prüfen lassen. Leider ist die Boje, an der wir hängen, für die kommenden Tage bereits von jemand anderem reserviert, also fahren wir in die 10 Meilen entfernte Vuda Point Marina, ein moskitoverseuchtes Höllenloch mit freundlichem Personal und guter Busverbindung nach Lautoka.

Der Rigger entkräftigt fast alle unsere Befürchtungen, nur bei einem Toggle am Achterstag ist er sich auch nicht sicher. Aber dafür hat er zum Glück gleich ein Ersatzteil zur Hand. Nun heißt es aber wieder warten auf gutes Wetter.

Sunset Bar, Vuda Point Marina.

Unser letzter Abend in Fiji fällt auf den Nationalfeiertag, also gibt es im an die Marina angrenzenden Restaurant noch einmal Essen aus dem Erdofen und abendliches Kavatrinken.

Am nächsten Morgen geht es mit dem Schiff zum unguten Ankerplatz vor Lautoka, wo wir Ausklarieren und schließlich, nach genau 9 Wochen, Fiji verlassen, mit dem Ziel Vanuatu.

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