Von Minerva nach Fiji

31.07.2012 - 08.08.2012
Minerva Nord.

Wir liegen vor Anker im nördlichen Minerva-Atoll, um auf passendes Wetter für die letzten 400 Meilen nach Fiji zu warten. Die Abfahrt muß gut getimed werden, um innerhalb der Behördenöffnungszeiten anzukommen, da sonst heftige Überstundengebühren verrechnet werden.

Die ersten beiden Tage verbringen wir zu gleichen Teilen mit Entspannen und Bootswartung. Dann wird es ein wenig ungemütlich.

Squall, Minerva Nord.

Schon beim Verlassen von Neuseeland war es vorhergesagt, und an der Prognose hat sich in der letzten Woche - erstaunlicherweise - kaum etwas geändert: eine weitere Front wird über uns hinwegziehen. Einer der Gründe für den Zwischenstopp in Minerva. Natürlich kommt der Wind, als er endlich kommt, aus einer ganz anderen Richtung als vorhergesagt, und fast doppelt so stark, wodurch wir zweimal umankern müssen. Bei Hochwasser und kräftigem Wind von der entgegengesetzten Lagunenseite bilden sich kurze, steile Wellen, vor denen wir von unserem gemütlichen Ankerplatz, 5 Meter über Sand in Riffnähe, in tieferes Wasser fliehen, da dort die Wellen weniger stark brechen. Die neue Ankerkette mit 80 m Länge, statt der bisherigen 60 m, hat sich damit schon ausgezahlt, und wir gratulieren uns zu dem Kauf.

Als sich alles wieder beruhigt hat starten wir bei strahlendem Sonnenschein Richtung Fiji. Laut Prognose ist unsere ETA (Estimated Time of Arrival) Donnerstag früh. Doch als wir starten sind wir deutlich flotter als geplant. Neue ETA: Mittwoch Nachmittag. Aber zu früh gefreut, einen Tag später werden wir, trotz unveränderter Fahrt durchs Wasser, immer langsamer - da muss uns eine Gegenströmung bremsen. Neue ETA: Donnerstag Früh. Aber nach einer Nacht ist die Strömung wieder verschwunden, wir rasen dahin. Neue ETA: Mittwoch Nachmittag.

Land in Sicht! Matuka, Fiji.

Dienstag Mittag ist Land in Sicht: Matuku, eine der hunderten Inseln Fijis. Doch stehen bleiben dürfen wir nicht. Bis Savu Savu, dem Port of Entry auf Vanua Levu, sind es noch 150 Meilen. Das sollte sich eigentlich bis morgen Nachmittag ausgehen.

Der Wind macht alles noch mal spannend: Mal nichts, mal Squalls. Mal Halbwind, mal müssen wir kreuzen.

Vanua Levu ist in Sicht, doch dunkle Wolken ziehen auf. Die Insel, und auch das Seezeichen, dass das Riff in der Einfahrt zur Savu Savu Bay markiert, verschwinden im dichten Regen, die Sicht ist auf wenige hundert Meter reduziert, und bald wird es dunkel. Müssen wir doch noch eine Nacht auf See verbringen? Ohne das Riff zu sehen, hoffend, dass die Karte stimmt, riskieren wir die Einfahrt - und gewinnen.

An der Boje in Savu Savu, Fiji.

Kurz vor Sonnenuntergang biegen wir in Nakama Creek vor Savu Savu ein und werden mit einem herzlichen "Bula!" von einem lächelnden Herren in einem kleinen Boot an eine Boje der Waitui Marina geführt. Im Vorbeifahren sehen wir bereits bekannte Boote, und bekannte Menschen winken uns zu. Jetzt sind wir wirklich wieder mittendrin im Seglerzirkus. Die Ankunft ist auch perfekt getimed: Früh genug, um noch bei Licht anzukommen, spät genug, um nicht mehr einklarieren zu können, wofür nach 16:00 Überstunden zu bezahlen wären. Das wird auf den nächsten Tag verlegt, und nimmt diesen dann zum Großteil in Anspruch...

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