Wieder Tarrafal

28.01.2010 - 29.01.2010
Tarrafal, Santiago

Wir verlassen Tarrafal und fahren nach Tarrafal. Diesmal zu dem auf Santiago. (Ein drittes gäbe es auch auf Santo Antao). Das Wetter würde eigentlich für abwarten sprechen, denn es weht absolut kein Wind. Doch da auch die Prognosen für die nächsten Tage genau das selbe Wetter verheißen werfen wir am späten Nachmittag die Maschine an, motoren durch die vollmondhelle Nacht und lassen kurz nach Sonnenaufgang den Anker vor dem laut Beschreibungen schönsten Strand der Insel fallen. Er ist tatsächlich sehr hübsch mit feinem Sand und Palmen dahinter. Auch der Anker hält beim ersten Versuch.

Da Dinghies, die am Strand abgelegt werden, verschwinden können, bieten sich häufig Jugendliche als Dinghiewatch an. Üblicherweise bekommen sie dafür etwa ein bis zwei Euro. Unser Aufpasser in Tarrafal ist anscheinend noch nicht lange im Geschäft, da er zunächst kein Geld will, sondern entweder einen unserer Rucksäcke oder Sandalen. In den Geschäften im Ort gibt es das zu kaufen, er müsste für Sandalen ein bis zwei, für einen Rucksack circa fünf Dinghies bewachen. Als wir nach unserem Stadtrundgang zurück zum Boot wollen stellt sich heraus, dass unser Aufpasser auf unser Dinghie aufpasst, indem er mit unseren Paddeln zum Mittagessen nach Hause gegangen ist. Nach langem Warten macht sich David auf die Suche, findet jemanden, der ihn quer durch Tarrafal führt und kehrt mit den Paddeln zurück. Wir sind eben auch noch nicht lange im Geschäft.

Tarrafal, Santiago

Während des Wartens am Strand können wir die einheimischen Fischer bei ihrem Tagwerk beobachten. Ein kleines Fischerboot nach dem anderen lässt sich von der Brandung an den Strand spülen und wird, mit Hilfe von bereits vorher angespülten Fischern, auf eine kleine Anhöhe geschoben, um es vor der Flut zu sichern. Wenige Minuten später liegt der Fang bereits in Trögen vor am Strand sitzenden Frauen - der Fischmarkt ist eröffnet! Vielfalt und Masse des Fanges sind beachtlich, anscheinend aber der Nachfrage angepasst. Auch wir schlagen zu und erwerben Fisch fürs Abendessen um nicht einmal einen Euro.

Zurück am Boot stellen wir fest, dass bei Flut unangenehmer Schwell in die Bucht kommt und tosend an den Felsen neben uns donnert. Wir beschliessen Wache zu halten und zu bleiben, solange der Wind ablandig ist und wir, sollte der Anker ausbrechen, nicht gleich auf den Felsen sitzen.

Beim Ablegen am Morgen lernen wir dann den Wert einer Tripleine schätzen. Eine Tripleine ist eine am Kopf des Ankers befestigte Leine. Bleibt der Anker nun z.B. an einem Felsen hängen und verkantet sich beim Hochziehen an der Kette nur noch mehr, so kann man ihn häufig durch Zug am anderen Ende befreien. Leider haben wir diesmal keine angebracht. Also heißt es Tauchen, Tripleine befestigen und, wenn man schon mal da unten ist, den Anker auch gleich aus der Felsspalte heben und auf flachen Grund legen. Zwar liegt er zum Glück nur auf 7 Metern Tiefe, doch bei einer Sicht von unter einem Meter und leichter Gegenströmung in Grundnähe ist es gar nicht so leicht den Anker zu finden und dann noch genügend Sauerstoff zum Arbeiten im Körper zu haben. Die Aktion gelingt, der Anker kommt frei, und wir mit einem blauen Auge (in Form von ein paar kleinen Schürfwunden - Strömung...Felsen...Zeitdruck...) davon. Bleibt nur die Frage, warum wir in der Nacht Ankerwache gehalten haben.

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