Weiter im Westen

10/06/2009 - 10/07/2009

Die neue Stopfbuchse hat schon mal bis Gijón durchgehalten. Auf den 116 sm konnten wir uns von ihrer Zuverlässigkeit überzeugen, da wir den Motor öfter verwendeten. Die ganze Nacht hindurch bekämpften einander ein warmer, fönartiger Wind vom Land und ein kühlerer Wind von See, was ein Segelfeeling wie auf der Alten Donau aufkommen ließ: Plötzliche Winddrehungen um bis zu 180° und ständiger Wechsel in Windstärke von Flaute bis zu heftigen Böen bescherten uns eine arbeitsintensive Fahrt mit vielen Segelmanövern und Motorstunden.

Wir merken aber schon, dass wir weiter im Süden sind: Bisher brauchten wir in der Nacht immer Ölzeug, weil es kalt war, diesmal nur, weil es regnete. Die höheren Temperaturen machen die Nachtwachen auch angenehmer, sodass wir keine Probleme mehr haben vier Stunden durchzuhalten, wodurch sich die Nacht in drei Schichten teilt und längere Schlafphasen möglich sind. Zumindest möglich wären, da bei dem dauernden Motor an, Motor aus, wenden, halsen, Segel anholen, Segel fieren eh nur die müdesten Schlaf finden.

Gijón, wo wir derzeit das einzige Boot an einem der beiden Gästestege sind, bietet zahlreiche Museen, in denen wir nicht waren, viele Skulpturen, die wir besucht haben, weitläufige Parks und eine Stadt, der man nicht anmerkt, dass sie im Bürgerkrieg 1936 bis auf das Viertel Cimadevilla vollständig zerstört wurde. Zwischen 1945 und 1954 wurde sie von den Architekten Francisco und Federico Somolinos in einem neo-romanischen Stil neu geplant und wieder aufgebaut. Das Cimadevilla ist dennoch das Herz der Stadt und Mittelpunkt des Nachtlebens. Unzählige Sidrerias gibt es hier, die von den kulturell-historisch interessanten Gebäuden und Plätzen ablenken, beziehungsweise ablenken würden, wenn wir sie besucht hätten. Stattdessen besichtigten wir eins der lokalen Ärztezentren, wo Sonja sich Medikamente gegen Entzündungen im Ohr verschreiben ließ. Die private Krankenversicherung muss ja auch mal ausgenutzt werden.

Zum Schluß noch eine Frage an die Seglergemeinde: Was ist rot oder grün, schräg darüber weiß, funkelt gelb, hat manchmal noch herumschwenkende Scheinwerfer, bewegt sich mit nicht mehr als 10 Knoten scheinbar planlos hin und her, scheint zwar am Radar, am AIS aber nicht auf und treibt sich im Rudel vor Asturiens Küste herum? Laut unserer Version der KVR sehen so Luftkissenfahrzeuge und, wenn sie sich zeigen wollen, aufgetauchte U-Boote aus, doch beides passt nicht.

Kommentare

MA 48

Hannes

Strassenreinigung, d.h. Ölsammler?

10/13/2009 11:44:10

U-Boot Fischer

Chrisu

Ein U-Boot kanns nicht sein, und auf Luftkissenfahrzeuge hätt ich auch nicht getippt. Der Beschreibung nach hätte ich auf eine Flotte Schleppnetzfischer getippt.... Das gelbe Funkellicht könnte auch eine Decksbeleuchtung bzw ein Locklicht f Thunisch sein. Oder es handelt sich um die UFO Flotte die derzeit von der Spanischen Marine gejagt wird zumindest lt Youtube)

10/09/2009 16:00:35